Radtour: Rund um den Kaiserstuhl

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Schon bald komme ich zur Burg Sponeck, der grössten Attraktion des Weinortes Jechtingen.

Hier steht schon seit dem 13. Jahrhundert eine Burg, denn die Lage auf einer kleinen Anhöhe so dicht am Rhein ist strategisch sehr gut und wurde auch damals schon geschätzt.

Vom Weg aus geht es ein kurzes Stück bergan und dann muss man an den Gebäuden vorbei gehen, um einen guten Blick auf den Burgturm zu haben.

Das Gelände samt Burgturm ist in privater hand und leider umzäunt.

Am Ende des Zaunes hat man jedoch einen ganz passablen Blick auf den Turm.

Um das Bild zu knipsen, musste ich die Kamera jedoch fast auf den Boden halten und durch die Stangen des Zaunes hindurch fotografieren. Weiter oben verhindert ein Baum die optimale Sicht.

Auf dem Privatgelände bei der Burg stehen auch Reste eines römischen Kastells.

Auch die alten Römer haben die günstige Lage am Rhein offenbar schon sehr geschätzt, so sehr, dass sie sich hier niedergelassen haben.

Der Kaiserstuhl-Rundweg führt mich anschliessend wieder in den Wald hinein.
Doch schon bald komme ich zum Rhein, in einem seiner besonders ruhigen Bereiche.

Hier ist der Rest-Rhein fast so still wie ein schmaler, langestreckter See.

Jenseits der langen Rheininsel, meinen Blicken entzogen, fliesst der mächtige Rheinkanal, auf dem die grossen Schiffe unterwegs sind.

Ich finde das ja sehr nett von den Streckenplanern, dass sie mich auch dem Kaiserstuhl-Rundweg auch an den Rhein führen, denn ich finde, der Rhein gehört dazu, wenn es um den Kaiserstuhl geht.

In der Ferne erhebt sich der Limberg bei Sasbach.

Diesmal werde ich ihn nicht besuchen, aber ich denke an meinen Ausflug zum Limberg vor einigen Wochen.

Bei Gelegenheit will ich den Limberg nochmal ausführlicher kennenlernen.

Schon bald muss ich den Rhein wieder verlassen.

Der Radweg bringt mich wieder weiter ins Landesinnere mit Blick auf den kleinen Berg namens Eichert, auf dem ein Gebäude mit rot leuchtendem Dach thront.

Der Weg führt vorbei an Stoppelfeldern.

Die Erntezeit ist überall präsent, sei es auf reifen Feldern kurz vor ihrer Ernte oder kurz nach der Ernte.

Wie es hier wohl noch vor kurzer Zeit ausgesehen hat?

Wahrscheinlich konnte man kaum bis zu dem rechten Wald blicken.

Bald schon erreiche ich Sasbach, das an seinem Ortseingang mit Hinweis auf seine Weintradition grüsst.

Man erfährt auch, dass man in der Winzergenossenschaft neuen Wein kaufen kann. Damit ist der Federweisse gemeint, also frischer Traubensaft, der erst ein paar Tage lang gärt und ganz vorzüglich schmeckt. Da er in gewissen Gärungs-Stadien auch ordentlich beschwipst macht, muss ich mich bei diesem köstlichen Getränk leider ziemlich zurückhalten, sonst würde ich ihn wohl am liebsten literweise trinken.

Diesen neuen Wein kann man im Herbst in jeder Winzergenossenschaft kaufen, aber auch in vielen Supermärkten, wo er aber aus dem Ausland kommt und lange nicht so gut schmeckt wie der hiesige.

Passend zur weinigen Begrüssung rankt sich eine Weinrebe um das Gestell des Ortseingangs-Schildes.

"Fachkundig" erkenne ich die Trauben als Spätburgunder, was aber auch alles andere als schwer ist, denn der Spätburgunder ist die einzige rote (blaue) Rebsorte in dieser Gegend.

Das Weinlaub wird allmählich rot.

Wenn ich mal ungespritztes, rotes Weinlaub ergattern kann, dann werde ich daraus Cremes machen, denn die sollen ja sehr gut gegen schwere Beine sein.

Müsste also sehr gut geeignet sein, wenn ich mal wieder weiter wandern will, als meine Füsse bereit sind, mich zu tragen.

In Sasbach fahre ich nicht über die Hauptstrasse, wie von den Wegplanern vorgesehen, sondern schlängel mich auf Nebenstrassen durch, was sehr gut funktioniert.

Dabei komme ich auch an der örtlichen Kirche vorbei.

Besonders interessant ist auch der Hof mit den vielen Solarzellen.

Ich glaube, der Besitzer war sogar schon mal im Fernsehen.

Als vor vielen Jahren in der Nähe in Wyhl ein Kernkraftwerk gebaut werden sollte, sind die Leute hier in der Gegend auf die Strasse gegangen und haben erfolgreich gegen das Kernkraftwerk protestiert.

Seitdem ist die ganze Gegend sehr engagiert in Hinblick auf alternative Energien.

Das kann man an diesem Gebäude sehr deutlich erkennen, denn jede geeignete Fläche scheint mit Solarzellen und Sonnenkollektoren zugepflastert.

An der Strasse stehen Mahonien-Sträucher, die viele blaue Beeren tragen.

Die meisten Menschen wissen wohl gar nicht, dass man Mahonien-Beeren essen kann, auch wenn sie sehr sauer sind.

Unsere kleinen Sträucher geben leider nicht genügend her, sonst würde ich wohl mal eine Mahonien-Marmelade ausprobieren.

Die Vögel wissen aber anscheinend sehr gut über die Mahonienbeeren Bescheid, denn die meisten werden im Laufe des Herbstes weggenascht.

Hinter Sasbach komme ich an einem Baggersee vorbei.

Hier herrscht eifriger Abbau-Betrieb, was die Idylle deutlich beeinträchtigt.

Ansonsten liegt der kleine See sehr friedlich da und spiegelt die Bäume, die ihn umgeben.

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