Video: Spätsommer im Kaiserstuhl


Hier gibt es ein Video über eine kleine Kaiserstuhlwanderung im Spätsommer. Ziel ist die Mondhalde bei Oberrotweil.

Dauer: 8 Min 20 Sek


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Im Spätsommer lädt der Kaiserstuhl zum Wandern ein. Die brennende Hitze ist vorbei und die Trauben stehen kurz vor der Ernte.

Bei dieser kleinen Wanderung habe ich ein Video gedreht. Man kann diesmal also hautnah miterleben, wie ich den Kaiserstuhl und seine Pflanzenwelt erkunde.


Text im Video (Transscript)

Im Spätsommer lädt der Kaiserstuhl zum Wandern ein.
Die brennende Hitze ist vorbei und die Trauben stehen kurz vor der Ernte.
Hier sieht man den blauen Spätburgunder, der leckeren Rotwein ergibt.

An einer der hohen Böschungen entdecke ich die Eberraute.
Sie ist verwandt mit Beifuß und Wermut.

Die Wege sind hier sehr gut ausgeschildert.
Man sieht die gleiche Beschilderung wie im Schwarzwald.
Orientierung fällt daher leicht.

In der Nähe wächst die Waldrebe.
Die Blüten sind weiß und haben Strahlen.
Ihre Früchte sind verspielt und luftig.

Dann komme ich zum Weißburgunder.
Das ist die milde Schwester des Spätburgunders
und ergibt leichte Weißweine.

Auf diesem Wanderweg bei Oberrotweil findet man Schilder
zu allen Rebsorten, an denen man vorbei kommt.
Jede Sorte wird genau erklärt.

Und dann kommen wir auch schon zu meiner Lieblingsrebsorte: dem Ruländer.
Er heißt auch Grauburgunder, und das zeigt, dass er mit den anderen Burgundersorten verwandt ist.
Seine Trauben sind lila-grau.
Der Wein wird weiß und aromatisch.
Burgunder so weit das Auge reicht.

An der Böschung wächst auch Oregano.
Er hat schöne weiß-rosa Blüten.

Und dann sehe ich den schwarzen Nachtschatten.
Klingt gefährlich, ist es auch, aber nicht ganz so schlimm, wie es klingt.

Nach ein paar Serpentinen-Kehren komme ich zu einem Brunnen.
Er hat kühles, klares Wasser, das den schwitzenden Wanderer erfrischt.
Von hier aus hat man eine schöne Sicht
über die französische Rheinebene bis zu den Vogesen.

Etwas weiter oben kann man in den inneren Kaiserstuhl blicken.
Im Tal sitzen Dörfer, darüber Weinberge und oben ein wenig Wald.
Der höchste Gipfel ist der Totenkopf mit einem großen Fernsehturm.

Auch die Folgen der Flurbereinigung werden hier sichtbar.
Hier auf der Mondhalde sind gigantische Rebterassen,
die sich gut mit Maschinen beackern lassen.
Woanders sieht man noch die kleinen Rebterassen,
die man von Hand bearbeiten muss.

Bald gelange ich zu einem Wiesenweg, abseits von der Fahrstraße.
Am Wegrand blüht die kanadische Goldrute.
Dieses Jahr ist sie teilweise schon vor der Blüte verdorrt,
weil es so extrem heiß und trocken war.

Der Ausblick in Richtung Vogesen wird immer schöner.

Und der Weg wird immer schmaler.
Er führt vorbei an jungen Birken.

Schließlich komme ich zu einer steilen Treppe.
Wie eine Himmelsleiter führt sie ins Blaue.

Unterwegs sehe ich eine Kartäusernelke.
Eine echte Rarität dieser Gegend.
Aber inzwischen oft in Samenmischungen für Blumen anzutreffen.

Dann öffnet sich der Blick auf den inneren Kaiserstuhl.
In der Mitte liegt der Ort Oberbergen.
Dahinter der Badberg, ein Naturschutzgebiet mit Halbtrockenrasen.
Hier bin ich oft unterwegs.
Ansonsten überall Weinberge und auf den Gipfeln etwas Wald.
Und wieder der Totenkopf-Gipfel, eine gute Orientierungsmarke und Wanderziel.

Schließlich erreiche ich den Aussichtspunkt auf der Mondhalde.
Ein Häuschen und Bänke laden zum Verweilen ein.
Hinter der Hütte gibt es einen Infokreis aus Metall,
der zeigt, wo man was sehen kann.

In der Ferne sehe ich den Grand Ballon und den Hohneck der Vogesen
und dazwischen die große Rheinebene.

Auf dem Rückweg fallen mir Hagebutten ins Auge.
Sie bringen Farbe in den blütenarmen Spätsommer.
Im Kaiserstuhl gedeihen sie sehr gut.

Am Wegrand entdecke ich ein besonders hüsches Exemplar des Spitzwegerichs.
Er hat so interessante Blüten und seine länglichen Blätter sind sehr heilkräftig.

Auch der Blasenstrauch fällt mir auf.
Die Früchte stecken in lustigen Blasen.
Seine verbliebenen Blüten leuchten gelb.

Auch Mandelbäume gedeihen hier.
Um die Mandel herum wachsen pelzige Früchte.
Ob sie schon reif sind?

Kurz vor dem Ende meiner Wanderung entdecke ich noch den Hopfen.
Er wächst hier einfach auf einer Böschung.
Seine hübschen Zapfen-Blüten baumeln in der Luft.

Tschüss bis zur nächsten Wanderung

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