Radtour: Rund um den Kaiserstuhl

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Besonders gefällt mir die Nachtkerze, die auf einem kleinen Erdhaufen wächst.

Die nächsten Kilometer vergehen wie im Flug, dem grösseren Ort Endingen entgegen.

In Endingen führt der Weg durch die enge Innenstadt, die den Besucher mit einem schmucken Stadttor begrüsst.

Dieser Innenstadtbesuch erfüllt mich mit zwiespältigen Gefühlen, denn einerseits scheint es mir für Radfahrer lebensgefährlich, auf der engen Autostrasse mitten im Verkehr zu fahren, aber andererseits ist die Innenstadt von Endingen so sehenswert, dass sich ein Besuch sehr lohnt.

Ich schiebe mein Fahrrad also über den Bürgersteig, was angesichts der kurzen Strecke kein Problem darstellt. Wenn ich das nächste Mal rund um den Kaiserstuhl radel, nehme ich vielleicht ein Nebensträsslein, um die Endinger Innenstadt zu umgehen.

Besonders sehenswert ist der Marktplatz von Endingen, mit dem Rathaus, einem Brunnen und mehreren alten Bürgerhäusern.

Im Hintergrund kann man auch noch eine Kirche sehen.

Hier wäre übrigens auch ein guter Ort um einzukehren, denn Endingen bietet mehrere Gasthäuer und auch Pizzas bekommt man direkt an der Hauptstrasse.

Trotz strapaziöser Innenstadtstrasse bin ich ruckzuck wieder draussen aus Endingen und wieder in der freien Natur.

Immer wieder stehen Walnussbäume in der Landschaft, die jetzt reichlich tragen.

An vielen Stellen liegen massenhaft Walnüsse auf dem Boden.

Doch Achtung: selbst wenn sie auf dem Boden liegen, sind Walnüsse noch nicht frei verfügbar, denn bei Walnüssen ist es normal, dass man wartet, bis sie vom Baum fallen. All diese Bäume gehören Bauern, die ihren Lebensunterhalt teilweise mit dem Verkauf der Nüsse bestreiten.

In Ihringen wurde mal ein älteres Mütterchen vor Gericht gestellt und verurteilt, weil sie ohne Erlaubnis Walnüsse vom Boden aufgesammelt hatte. Diese wandernde Touristin war davon ausgegangen, dass es erlaubt sei, zu Boden gefallene Walnüsse einzusammeln.

Der Weg führt mich jetzt nach Riegel, einem kleinen Ort am nordöstlichen Ende des Kaiserstuhls.
Riegel erfreut das Auge mit zahlreichen Fachwerkhäusern und anderen schönen Gebäuden, die dem Barock zu entstammen scheinen.

Die Strassen in der Riegeler Innenstadt sind auch recht ruhig, weshalb es keinen Stress darstellt, eine Runde durch den Ort zu drehen.

Die Kirche von Riegel unterscheidet sich stark von den Kirchen der Umgebung.

Solche üppig geschwungenen Barockformen bekommt man hier sonst nicht zu sehen.

Sogar eine Art Zwiebeldach trägt der Turm.

Schon bald habe ich Riegel durchquert und komme zum Ortsausgang.

Hier führt links ein Radweg ein Stück entlang der Autostrasse, aber nicht lange, denn bald geht es wieder hinaus in die Felder.

Am Ortsausgang von Riegel fällt mir ein kleiner Erdhügel auf.

Davor stehen Schilder und Bänke.

Ob das vielleicht ein Hünengrab ist?

Nein, ist es nicht. Der Hügel ist ganz modern und wurde erst vor kurzer Zeit erbaut.

Die Erdhaufen auf dem Hügel stellen einen liegenden Frauenkörper mit wohlgerundetem Bauch dar.

Es handelt sich um "Mutter Erde", wie die Schilder erklären.

Leider bin ich nicht gross genug und kann auch nicht schweben, um einen richtigen Eindruck von der Gestalt dieser Mutter Erde zu bekommen.

Einige Radelkilometer weiter sehe ich auf einem Berghang die Kirche von Bahlingen hervorlugen, meinem nächsten Zwischenziel.

Hier auf der Ostseite des Kaiserstuhls gibt es viel mehr Orte als Etappenziele als auf der Westseite.

Das liegt wohl daran, dass die Orte hier direkt am Hang des Kaiserstuhls liegen und auf der anderen Seite liegen sie tiefer drin in dem kleinen Gebirge, das dort ja mehrere Talöffnungen hat, die sich für die Besiedlung anbieten.

Diese Orte im Inneren des westlichen Kaiserstuhls, wie beispielsweise Achkarren, habe ich auf dieser Tour ja nicht gestreift. Wäre sonst wohl auch zu bergig geworden.

Immer wieder geht es über ähnliche Landwirtschaftstrassen weiter um den Kaiserstuhl herum.

Hier ist auch die Landwirtschaft etwas anders als auf der westlichen Seite, obwohl ich kaum festmachen kann, was der eigentliche Unterschied ist.

Auch hier gibt es Mais, viel Mais sogar, dann Obstplantagen und hier und da etwas Gemüse.

Aber irgendwie spürt man die grössere Breite der Ebene, die auf der anderen Seite ja vom Rhein beschränkt wird.

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